verspricht ein Projekt der Northwestern University, wie ich dem Abstract für einen Beitrag mit dem Titel Co-design of Interdisciplinary Projects as a Mechanism for School Capacity and Teacher Professional Community Growth an der International Conference for the Learning Sciences 2008 entnehmen kann.
Es scheint, als ob eine strategisch gewählte Aufgabe in einem interdisziplinären “Co-Design” - Projekt (?) gleichzeitig die Unterrichtspraxis, die Entwicklung einer professionellen Schulgemeinschaft und organisatorische Praktiken verändern bzw. anstossen konnte. Die Form wird als produktiver, nicht bedrohlichen Mechanismus zur Verbesserung des Unterrichts beschrieben, welche die Kompetenzen der Lehrpersonen nicht anzweifelt.
Interessant scheint mir die Ausrichtung auf Unterricht, die interdisziplinäre Auseinandersetzung und die Verknüpfung mit organisatorischen Praktiken der Schule. Die Ebenenverknüpfung ist ja insofern wichtig und bekannt, als der schulische Kontext bzw. die Schulebene in Struktur und Funktionen das Unterrichten mit beeinflussen und zumindest organisatorische Praktiken diesen nicht behindern sollten. Die interdisziplinäre Ausrichtung ist hingegen was besonderes: Die Empirie zeigt ja die besondere Bedeutung inhalts- bzw. fachspezifischer Fokussierung von Weiterbildung.
Leider habe ich noch keine näheren Angaben zur Studie gefunden, will ich aber später wieder versuchen.
Tagged: Interdisziplinarität, Schulentwicklung, Unterrichtsentwicklung, Weiterbildung
ist eine der entscheidenden Herausforderungen der Weiterbildung. Netzwerke, Reflexionsgruppen und (Web- 2.0 unterstützte) Austauschformen sind eine Möglichkeit der Transferunterstützung.
Ein interessantes Projekt findet im Lehrbereich Mediendidaktik der Fernuni Hagen statt: die volitionale Transferunterstützung! “Volition, oder auch als Wille bezeichnet, stellt sicher, dass bei abnehmender Motivation oder Konzentration die Handlung auf Kurs gehalten wird. Mit Hilfe volitionaler Strategien lassen sich motivationale Schwankungen oder Unlust überwinden. Die Effektivität solcher Strategien konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden (z. B. Deimann, 2007). Im Rahmen der Volitionalen TransferUnterstützung werden den Lerner daher bewährte Strategien in Form eines Strategiehandbuchs zusammengestellt”.
Tagged: Motivation, Selbststeuerung, Transfer, Web 2.0, Weiterbildung, Wirksamkeit
Dass Lehrerinnen und Lehrer im Beruf zu Profis werden, bestimmte Kompetenz erst on the job entwickeln, Expertise aufbauen, ist das eine. Dass dies auf quasi beliebigen Kombinationen von informellem, non-formalem und formalem Lernen geschieht, das andere. Was heisst das nun für ein Bildungssystem, das die professionelle Lehrkompetenz steuern will, wenn deren Aufbau primär der individuellen Verantwortung obliegt? Grundsätzlich scheinen mir nur zwei Möglichkeiten gegeben: Anreize und/ oder Verpflichtungen, zu lernen. Das geschieht je nach Beruf unterschiedlich. Unterschiede gibts nicht nur im Ausmass der Anreize und Verpflichtungen, sondern auch in Bezug auf die Konkretisierung der bzw. Anforderungen an die Lerninhalte. Für Lehrpersonen gibt es (im Kanton Bern) zwar das Recht/ Pflicht auf Weiterbildung, aber kaum, Bestimmtes zu lernen und noch weniger, Bestimmtes in Richtung einer diskutierten, beschriebenen professionellen Kompetenz.
Eine beschreibbare professionelle Kompetenz wäre dafür Voraussetzung, ist es auch, wenn man auf die erziehungswissenschaftliche und berufsständische Diskussion von professioneller Kompetenz und Standards blickt. Soll sie aber auch in den Blick von Lehrpersonen kommen, was wiederum Voraussetzung ist, dass sie als Referenz für Anreizsysteme und Verpflichtungen gelten kann, muss es Lehrpersonen möglich werden, ihre eigene, individuelle Expertise einzuschätzen oder einschätzen zu lassen - quasi ihr individuelles Kompetenzniveau im Hinblick auf eine bestimmte berufliche Anforderung zu beurteilen oder beurteilen zu lassen, und zwar letzlich unabhängig von ihren Qualifikationen (Ergebnisse formaler Lernprozesse, welche Diplome ergeben haben), sondern abhängig von ihrer Performanz, in der sich ihre Kompetenz realisiert.
Bei diesen Überlegungen muss an die Geschichte mit der Anerkennung informellen Lernens angeschlossen werden, die nicht zuletzt im Rahmen der Angleichungspolitik auf europäischer Ebene (Qualifikationsrahmen/ Anerkennung früheren Lernens) an Gewicht gewinnen wird. Der neuste Bericht dazu: Reinhard Zürcher schreibt über theoretische, didaktische und politische Aspekte des informellen Lernens und des Kompetenzerwerbs, wie im Weiterbildungsblog zu lesen ist. Und: Hier eine Video-Erläuterung von informellem Lernen in Englisch.
Tagged: informelles Lernen, Kompetenz, Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Weiterbildung
Video, Film zur Darstellung von Kompetenz, ein interessantes Medium, um “Best Practice” zu zeigen. Der journalistische Zugang zum Thema Lernen z.B. von Reinhard Kahl bei seinen “Treibhäuser der Zukunft” kann sehr anregend sein.
Bei TeacherTube ist diese filmerische Darstellung der neun Schulleitungskompetenzen aus Texas zu sehen: Culture, Communication, Conduct, Curriculum, Teaching, Staff Development & Performance, Programm Management, Ressources Management, Physical Campus Management.
Download Video: Posted by Jim Becka at TeacherTube.com.
Aus wissenschaftlichen Studien gewonnenes Bildmaterial wird auf dem Videoportal des Lehrstuhls Pädagogische Psychologie und Didaktik des Pädagogischen Instituts der Universität Zürich auch in einer Webversion zu verschiedenen Themen zum Mathematikunterricht zur Verfügung gestellt. Der Gestaltung entsprechender Lernumgebungen muss aber, wie dieser Artikel zur netzbasierten Reflexion von Unterrichtsvideos zeigt, grosse Beachtung geschenkt werden.
Tagged: Kompetenz, Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Mathematikunterricht, Schulleitung, Unterricht, Video, Weiterbildung
Was beim Lernen an Hochschulen rauskommen soll, ist einer der Aspekte, die im Rahmen des Bologna-Prozesses durch den europäischen Meta-Qualifikationsrahmen und die nationalen Qualifikationsrahmen beschrieben werden muss.
An einem Bologna-Seminar in Edinburgh diesen Februar wurde das Thema der Learning Outcomes diskutiert. Das Seminar bekräftigt, dass Learning outcomes - in einem Ausmass, das zu Beginn des Prozesses nicht gesehen wurde - zu einem Basisbaustein des Bologna-Reformpakets wurden und dass dieser methodologische Zugang den Kern des Paradigmenwechsels vom “teacher to student-centred learning” darstellt.
Die vorherige Konferenz fand im September 2007 in Zürich statt.
Tagged: Bologna, Hochschule, Kompetenz, Learning Outcomes, Qualifikationsrahmen
Das ist das Ziel des Projektes Tuning, um damit eine Verbindung zwischen dem politischen Bologna-Prozess und den Institutionen der Higher Education zu schaffen. Es wird von eben solchen Institutionen getragen.
Ziel ist es, einen Rahmen zu erarbeiten, der eine zentrale Folge von Bologna ermöglichen soll: vergleichbare und kompatible Qualifikationen in den verschiedenen Ländern., die bezüglich folgender Aspekte beschrieben werden sollen:
- workload
- level
- learning outcomes
- competences
- profile
Erarbeitete Methodologie und eine gemeinsame Sprache ist in das Berliner Communiqué der Konferenz der europäischen Minister eingeflossen.
Tagged: Bologna-Prozess, Europa, Hochschule, Kompetenz, Qualifikation
In den USA ist offenbar - laut der Vereinigung der staatlichen Colleges und Universitäten AASCU - die universitäre Lehrerinnen- und Lehrerbildung extern und intern unter vermehrtem Rechenschaftsdruck. Dozierende in Universitätsprogrammen müssen glaubwürdige und überzeugende Evidenz über die Wirksamkeit ihres Programms vorlegen.
“The key measure of success for teacher education programs today must be how well they produce teachers who can demonstrate that they can produce learning gains in K-12 pupils.”
Dazu soll ein nationaler Rahmen über Evidenzen zur Wirksamkeit von LLB-Programmen erstellt werden, wie in diesem 20-seitigen Positionspaper der Vereinigung vom November 2007 vorgeschlagen wird.
Tagged: Evaluation, Lehrerbildung, Wirksamkeit
…stehen für European Network on Teacher Education Policies einerseits, für Teacher Education Policy in Europe andererseits.
Unterschiede: Ersteres ist ein Netzwerk von (hohen?) Mitgliedern der Bildungsadministrationen der EU-Mitgliedländer (z.T. auch mit Universitätsvertretungen), zweiteres ist ein akademisches Netzwer, das aus früheren europäischen Projekten zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung entstanden ist.
In einem Referat stellt Gassner (Vertreter aus Österreich, Power Point hier) die Frage nach ihrer Zusammenarbeit angesichts der Ausgangslage, dass ENTEP ein Beratungsorgan der europäischen Kommission, TEPE eine Expertengruppe darstellt.
Beides scheinen mir Quellen zu sein, um die LLB-Diskussion in Europa verfolgen zu können.
Tagged: Europa, Lehrerbildung, Lehrerbildungspolitik
Interessante Diskussion auf einer Seite, die sich spezifisch dem Thema Web 2.0 in der Schule widmet, gefunden: ein Lehrer muss auf die Schnelle für sein Kollegium eine 6-stündige Weiterbildung Web 2.0 planen. Erste Ratschläge von Kolleginnen sind klassisch methodisch orientiert (à la “Hauptsache-was-tun”), dann schaltet sich Jared mit weitergehenden Fragen ein…
Tagged: Didaktik, Web 2.0, Weiterbildung
Nachtrag zum vorherigen Post zum Ausweisen von Kompetenzen: Im Blog Schulische Netzwerke habe ich auf einen Beitrag von George Siemens (sein Blog hier) verwiesen, wie er im E-Learning-Zeitalter auf die Frage des Ausweisens von Qualifikationen verweist - der das gleiche Problem zugrunde liegt, nämlich verbindlich informell und formal/non-formal erworbene Kompetenzen erfassen und ausweisen zu können. Erwartet uns da ein Wiedererstarken der Assessment-Idee?
Tagged: Assessment, informelle Weiterbildung, Kompetenz, Kompetenznachweis, Qualifikation