Professionelle Lehrkompetenz

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Archive for the 'Kompetenz' Category

Lehrstandards

Posted by tombal on 7th Juli 2009

Wie andere US-Staaten hat Illinois Standards für Lehrerinnen Lehrer, die verschiedenen Zwecken dienen: der Ausbildungsgestaltung, der Zertifizierung von Lehrpersonen, der Planung persönlicher Weiterbildung…

In ihren Worten:

  • framework for the improvement of teaching and learning;
  • foundation for the design of educator preparation programs at colleges and universities;
  • criteria for the approval of preparation programs at colleges and universities;
  • basis for state certification tests;
  • guidelines for the induction of novice teachers; and
  • foundation for ongoing professional development.

Hier ist die Seite mit den verschiedenen Standardgruppen.

Drei Dinge finde ich interessant:

  1. Es werden Standards für alle Fächer und Spezialausbildungen aufgeführt.
  2. Formal: Die Standards enthalten “knowledge indicators” und “performance indicators” – vgl. die Kompetenzdiskussion!
  3. Es sind nicht nur Standards für die Lehre, sondern auch für die Schulleitenden, die Schulkrankenschwester, Bürohilfe, Sozialarbeiter und Schulpsychologen aufgeführt.

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Verwendung des Kompetenzbegriffs: Zwecke?

Posted by tombal on 24th Februar 2009

Bei einer Analyse des Kompetenzbegriffs scheint mir wichtig, dass dabei nicht nur der wissenschaftliche Gebrauch in verschiedener Disziplinen (und darin unterschiedlichen “Schulen”) und mit ihren Definitionen und Verwendungszusammenhängen berücksichtigt wird, sondern auch nicht-wissenschaftliche Diskurse einerseits, und v.a. die mit der Verwendung verbundenen Implikationen und Erwartungen bzw. Zwecke (z.B. Grundlage für Messmodell oder nicht) andererseits.

Darauf weist z.B. Gabi Reinmann laut Abstract zu einer anstehenden Keynote an der Tagung Inter­dis­ziplinäre Zu­gän­ge zu technologie­gestütztem Lernen (IATEL) in Darmstadt hin:

“Ein Hauptproblem sehe ich darin, dass wir mit der aktuellen Kompetenzorientierung, dem gemeinsamen Ruf nach Qualitätsverbesserung und der sich langsam entwickelnden Asssessmentfrage der Illusion verfallen, ein vergleichbares Verständnis dieser Konstrukte in Politik, Wissenschaft und Praxis zu haben und damit vergleichbare Ziele anzustreben. Besonders auffällig ist das bei der Kompetenzorientierung, die je nach Blickwinkel (politisch, praktisch, wissenschaftlich) sehr unterschiedliche Implikationen hat.”

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Lernergebnisse: learning outcomes, Kompetenzen, Lernziele

Posted by tombal on 26th Januar 2009

Im Rahmen der im Zuge von PISA und Bologna erneuerten Fokussierung auf die Lernergebnisse, die Unterricht hervorbringen sollte, ist ein Begriffswechsel festzustellen. Lernergebnisse werden als Kompetenzen bezeichnet, was eine performance-oriented Formulierung von Lernergebnissen notwendig macht.

Im Moment beschäftigt mich in diesem Zusammenhang die Frage, was diese Hinwendung zum Konzept der Kompetenz für die Unterrichsplanung von Lehrpersonen Neues beinhaltet. Wir beschäftigten uns in den 1990er mit dem Versuch, einen lernzielorientierten Unterricht zu etablieren, ich würde sagen, nur teilweise erolgreich. Was ist denn der Unterschied einer performanzorientierten Zielorientierung zu einer lernzielorientierten, wie sie v.a. in Anlehung an die Bloom’sche Taxonomie seit 1956 umzusetzen versucht wurde?

Wie auch immer, hier ein interessantes Tool, um Online Lernziele nach der Bloom’schen Taxonomie (noch nicht nach der revidierten Version von Anderson et al. von 2001) zu formulieren.

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Innere Differenzierung

Posted by tombal on 15th Januar 2009

Das Referat von Johannes Mayr und Tanja Sturm an der IMST-Tagung 2008 zur Differenzierung zeigt zumindest zwei Dinge:

  • bezeichnenderweise knüpfen sie an die Diskussion der 1970er-Jahre an. Diese theoretischen Konzepte der Inneren Differenzierung sind nachwievor aktuell;
  • angesichts der heterogenen Lernvoraussetzungen ist und bleibt es für Lehreraus- und weiterbildung eine zentrale Aufgabe, Lehrpersonen zu deren Bewältigung mit fachdidaktischem Knowhow zur inneren Differenzierung vorzubereiten und zu unterstützen.

Das Referat wurde aufgezeichnet und ist hier anzusehen.

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informell und (non-)formal zu professioneller Lehrkompetenz

Posted by tombal on 15th April 2008

Dass Lehrerinnen und Lehrer im Beruf zu Profis werden, bestimmte Kompetenz erst on the job entwickeln, Expertise aufbauen, ist das eine. Dass dies auf quasi beliebigen Kombinationen von informellem, non-formalem und formalem Lernen geschieht, das andere. Was heisst das nun für ein Bildungssystem, das die professionelle Lehrkompetenz steuern will, wenn deren Aufbau primär der individuellen Verantwortung obliegt? Grundsätzlich scheinen mir nur zwei Möglichkeiten gegeben: Anreize und/ oder Verpflichtungen, lernen nachzuweisen . Anreize und Verpflichtungen sind je nach Beruf unterschiedlich. Unterschiede gibts nicht nur im Ausmass, sondern auch in Bezug auf die Konkretisierung der bzw. Anforderungen an die Lerninhalte und den Nachweis. Für Lehrpersonen gibt es (im Kanton Bern) zwar das Recht/ Pflicht auf Weiterbildung, aber kaum, Bestimmtes zu lernen und noch weniger, Bestimmtes in Richtung einer diskutierten, beschriebenen professionellen Kompetenz. Vermutlich wird auch der Nachweis unterschiedlichst gehandhabt.

Eine beschreibbare professionelle Kompetenz wäre dafür Voraussetzung, ist es auch, wenn man auf die erziehungswissenschaftliche und berufsständische Diskussion von professioneller Kompetenz und Standards blickt. Soll sie aber auch in den Blick von Lehrpersonen kommen, was wiederum Voraussetzung ist, dass sie als Referenz für Anreizsysteme und Verpflichtungen gelten kann, muss es Lehrpersonen möglich werden, ihre eigene, individuelle Expertise einzuschätzen oder einschätzen zu lassen – quasi ihr individuelles Kompetenzniveau im Hinblick auf eine bestimmte berufliche Anforderung zu beurteilen oder beurteilen zu lassen, und zwar letzlich unabhängig von ihren Qualifikationen (Ergebnisse formaler Lernprozesse, welche Diplome ergeben haben), sondern abhängig von ihrer Performanz, in der sich ihre Kompetenz realisiert.

Bei diesen Überlegungen muss an die Geschichte mit der Anerkennung informellen Lernens angeschlossen werden, die nicht zuletzt im Rahmen der Angleichungspolitik auf europäischer Ebene (Qualifikationsrahmen/ Anerkennung früheren Lernens) an Gewicht gewinnen wird. Der neuste Bericht dazu: Reinhard Zürcher schreibt über theoretische, didaktische und politische Aspekte des informellen Lernens und des Kompetenzerwerbs, wie im Weiterbildungsblog zu lesen ist. Und: Hier eine Video-Erläuterung von informellem Lernen in Englisch.

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Learning Outcomes an Hochschulen

Posted by tombal on 19th März 2008

Was beim Lernen an Hochschulen rauskommen soll, ist einer der Aspekte, die im Rahmen des Bologna-Prozesses durch den europäischen Meta-Qualifikationsrahmen und die nationalen Qualifikationsrahmen beschrieben werden muss.

An einem Bologna-Seminar in Edinburgh diesen Februar wurde das Thema der Learning Outcomes diskutiert. Das Seminar bekräftigt, dass Learning outcomes – in einem Ausmass, das zu Beginn des Prozesses nicht gesehen wurde – zu einem Basisbaustein des Bologna-Reformpakets wurden und dass dieser methodologische Zugang den Kern des Paradigmenwechsels vom “teacher to student-centred learning” darstellt.

Die vorherige Konferenz fand im September 2007 in Zürich statt.

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Strukturen europäischer Erziehungssysteme “tunen”

Posted by tombal on 19th März 2008

Das ist das Ziel des Projektes Tuning, um damit eine Verbindung zwischen dem politischen Bologna-Prozess und den Institutionen der Higher Education zu schaffen. Es wird von eben solchen Institutionen getragen.

Ziel ist es, einen Rahmen zu erarbeiten, der eine zentrale Folge von Bologna ermöglichen soll: vergleichbare und kompatible Qualifikationen in den verschiedenen Ländern., die bezüglich folgender Aspekte beschrieben werden sollen:

  • workload
  • level
  • learning outcomes
  • competences
  • profile

Erarbeitete Methodologie und eine gemeinsame Sprache ist in das Berliner Communiqué der Konferenz der europäischen Minister eingeflossen.

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Ausweisen von Kompetenzen II

Posted by tombal on 10th März 2008

Nachtrag zum vorherigen Post zum Ausweisen von Kompetenzen: Im Blog Schulische Netzwerke habe ich auf einen Beitrag von George Siemens (sein Blog hier) verwiesen, wie er im E-Learning-Zeitalter auf die Frage des Ausweisens von Qualifikationen verweist – der das gleiche Problem zugrunde liegt, nämlich verbindlich informell und formal/non-formal erworbene Kompetenzen erfassen und ausweisen zu können. Erwartet uns da ein Wiedererstarken der Assessment-Idee?

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Die Lehrperson macht den Unterschied!

Posted by tombal on 5th März 2008

Aus der Effektivitätsforschung weiss man: Die Lehrperson spielt eine Rolle für das Lernen der Schülerinnen und Schüler! Nach der (Wieder-)Entdeckung, dass “School Matters” (Mortimore et al. 1988; also nicht nur “mitgebrachte” Merkmale der Kinder) haben insbesondere grosse Metaanalysen gezeigt, dass auch die Lehrperson den Unterschied ausmacht. Die tauchen interessanterweise alle 10 Jahre auf: Fraser, Walberg, Welch undHattie (1987), Scheerens and Bosker (1997) und nun zuletzt diejenige von Seidel und Shavelson (2007).

Welche Merkmale machen nun effektives Lehren aus? Nun – selber lesen! Soviel hier: dass sich die Effektstärke von Merkmalen von Studien zu Studien unterscheiden können, hat v.a. mit den zugrunde liegenden Untersuchungsdesings (Korrelationsstudien zeigen geringere, (quasi-)experimentelle grössere Effektstärken) und den Datenquellen (z.B. Lehrer-, Schülerfragebogen, Beobachtung, Videoanalysen) zu tun. Seidel und Shavelson geben denn auch entsprechende methodische Empfehlungen für zukünftige Unterrichtsforschung.

Inhaltlich hat sich bestätigt, was spätestens seit Shulman’s (1986) “Pedagogical Content Knowledge” Beachtung findet: Fachspezifische Lehrfaktoren sind die wichtigsten, und zwar unabhänig vom Fach (Lesen, Math, Naturwissenschaften), der Schulstufe (Elementar und Sekundar) oder Art des “Learning Outcome” (Prozess, motivational-affektiv, kognitiv).

Das heisst für die professionelle Lehrkompetenz: sie muss letztlich fachspezifisch angeschaut werden.

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Ein Interview mit Guskey

Posted by tombal on 1st März 2008

Guskey hat eine Differenzierung von “effectiveness” – Wirksamkeit – vorgeschlagen, die bei Evaluationen von Programmen zu berücksichtigen sind. Er unterscheidet fünf Ebenen, die er bei der Evaluation der Wirksamkeit von Lehrerinnen- und Lehrerweiterbildung anwendet, um Genaueres zu deren Reichweite sagen zu können.

  1. Die Reaktion der Teilnehmenden
  2. Das Gelernte der Teilnehmenden
  3. Unterstützung und Veränderung in der Organisation
  4. Gebrauch von neuem Wissen und Können
  5. Verhaltensänderungen bei den Schülerinnen und Schülern

Je nach Ebene unterscheiden sich die Evaluationsmethoden, werden andere Fragen beantwortet und sind andere Schlüsse zulässig.

Sein Buch mit ausführlichen Erläuterungen haben wir in unserer Bibliothek. Hier ein Interview mit ihm.

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